Fähigkeitsnachweis für angehende Eltern

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Fähigkeitsnachweis für angehende Eltern der Elternführerschein - unbequeme Notwendigkeit für eine bessere Welt?

Autor: 
Stephan A. Rickauer

Kleine, aber sehr wichtige Grundlagen einer Gesellschaft sind deren Kinder. Die Qualität des Elternhauses, der Erziehung, und des staatlichen Schulwesens ist von existentieller Bedeutung, denn diese formen, bilden und gestalten das Wesen Mensch zu einem sozialen Teilstück der Gesellschaft. Kindergärten, Horte und Schulen sind bereits durch viele Sicherheitsmechanismen abgesichert, denn schliesslich möchte der Mensch seine Kinder von befähigten Personen unterrichtet wissen, die ihr Handwerk verstehen und über eine entsprechend fachliche aber auch pädagogische Ausbildung verfügen. Viele Kinder wünschen sich ebenso befähigte Eltern ...

Es ist nämlich ebenso skandalös wie bemerkenswert unlogisch, dass der Mensch zwar nahe an Schwellen, an denen er in ein gesellschaftliches System eingeführt wird, mit komplexen Systemen der Leistungsabgabe konfrontiert wird, um sein physisches, psychisches und/oder kognitives Niveau einstufen, überprüfen und vorbeugend überwachen zu können, während an der wichtigsten Schwelle in bezug auf das Leben und die Gesellschaft selbst, nämlich der der Geburt sowie der nachfolgenden Kindererziehung, gänzlich auf jegliche Überprüfung einer wirklichen Befähigung verzichtet wird.

In anderen Bereichen führen Befähigungsnachweise eine wichtige Funktion innerhalb des gemeinschaftlichen Zusammenlebens ein: So muss beispielsweise der angehende Autofahrer die Ordnungsregeln des Strassenverkehrs und den Umgang mit dessen Gefahren erlernen, damit er sich selbst und auch Andere nicht durch einen tödlichen Unfall in den Tod reisst. In dieser Beziehung scheint es sonnenklar, dass der Staat durch die Strassenverkehrsordnung seine Verantwortung zum Schutz des Bürgers kompromisslos wahrnehmen muss.

Dies war nicht immer so. Erst die stark ansteigende Verkehrsteilnehmerzahl zum Wechsel in das 20. Jahrhundert, als das Automobil erschwinglich wurde und die Wege und Strassen sich zunehmend mit Velozipeds, Fussgängern und Kraftfahrzeugen füllte, machte eine Strassenverkehrsordnung notwendig, die mit vielerlei Regeln aber auch Strafmassnahmen im Falle der Zuwiderhandlung das sichere, infrastrukturelle Zusammenleben ermöglicht. Die persönliche Freiheit wurde dabei nicht eingeschränkt, wie es zunächst erscheinen mag, sondern erst ermöglicht, durch ein geordnetes Zusammenwirken nach Regeln und Gesetzen. Strafzettel zur Ahndung von Regelbrüchen sind dem Menschen bereits zur Gewohnheit geworden.