über die Geschichte des Weihnachtsfestes und ihrer christlichen Umwertung
Über Pflanzen und deren Wurzeln wachend lebte er teils auf, teils unter der Erde, und die meisten Darstellungen zeigen ihn seither mit einer Axt einen Baum fällend.
Wenn bedacht wird, dass die Menschen von damals den harten Wintern in ungleich stärkerer Weise ausgesetzt waren, als die Menschen es heute sind, dann ist es leicht verständlich, dass die Wiederkehr der Sonne in allen bedeutenden, nordischen Kulturen und Religionen nicht nur mit einfacher Freude, sondern mit inniger Sehnsucht erwartet wurde. Selbst der Mensch von heute, der nur noch am Thermostat der Zentralheizung zu drehen braucht, um sich mit wohliger Wärme zu umgeben, sehnt sich nach dem kommenden Frühling und den warmen Sommermonaten. Je weiter im Norden die Menschen wohnten, desto härter, dunkler und kälter waren die Winter, was sich übrigens auch gesundheitlich auswirkte. Ausgegrabene Wikinger-Skelette zeugen davon, dass diese Menschen sehr unter Rheumatismus gelitten haben müssen. Noch heute scheuen sich die Menschen in den Polargebieten nicht, nach wochenlanger, winterlicher Dunkelheit, stundenlange Märsche auf sich zu nehmen, um an einem Tag im Februar in tiefer Ergriffenheit auf einer Bergspitze - nur für ein paar Minuten - den oberen Rand der Sonne aufblitzen zu sehen. Die Rückkehr des Lichtes wurde zum Symbol des wiederkehrenden Lebens selbst.
Nebenbei bemerkt ist in der Symbolisierung des Lebens auch der Ursprung anderer christlicher Werte zu finden: Das Aufstellen der immergrünen Tanne hatte allerdings eine besondere Bewandtnis. Seit jeher galten Bäume in nordischen Kulturen als heilig. Es herrschte der Mythos, dass die ersten Menschen aus Bäumen erschaffen worden seien: Aus der Esche der Mann und aus der Erle die Frau. Der Baum war Sinnbild geheimnisvoller, allgegenwärtiger und alles durchdringender Wirk- und Lebenskräfte. Man holte sich ihn ins Haus und schmückte ihn mit aus Bienenwachs gefertigten Lichtern. Schon in den isländischen Sagas ist die Rede von der Weltesche Yggdrasil, unter der die Götter Recht sprachen. Erinnert sei ferner an die Donarseiche, die Bonifatius bei Geismar fällte, und an die Dorflinden, unter denen das Thing abgehalten wurde - die Volks-, Heeres- und Gerichtsversammlung der Germanen -, gewissermassen in Gegenwart der sich in dem geheimen Wachstum des Baumes auswirkenden göttlichen Urkraft.