über die Geschichte des Weihnachtsfestes und ihrer christlichen Umwertung
Es war das Fest der «Erscheinung des Götterwesens», der Epiphanie. Die Basilidianersekte, eine massgebende gnostische Bewegung, feierte an diesem Tag die Taufe als Beginn ihrer Erlösung. Denn erst mit der Taufe vereinige sich Gottes Geist und Vernunft in der Gestalt einer Taube mit Christi als blossem, fleischlichem Menschen. Auch die ausländischen Götter wurden in diese Mysterienkulte gekleidet, die auf viele erst abschreckend, doch dann umso anziehender wirkten. Da war die ägyptische Göttin Isis, deren Abbild innerhalb weniger Jahre romanisiert wurde, weil man sich mit der recht freizügigen Darstellung der ägyptischen Erscheinung nicht identifizieren konnte. Isis war die erste Göttin Roms, die zur Panthea wurde, zur Allgöttin also, der nicht mehr nur eine, sondern gleich mehrere Aufgaben zukamen. Sie war Göttin der Sonne, des Mondes, des Meeres, der Fruchtbarkeit, der Toten, der mütterlichen Liebe, der Armen, der Gesetzgebung und der Rache. Ihr Ehegatte war - wie damals üblich - Bruder Osiris. Dessen Bruder Seth tötete, zerstückelte und zerstreute ihn in alle Winde. Isis und ihre Schwester Nephtys suchten die Stücke zusammen und fanden alle - bis auf den Phallus, den sie aus Erde neu formen mussten. Isis setzte alle Teile zusammen und umarmte Osiris mit ihren Flügeln. Dadurch gab sie ihm neue Kraft und er erwachte. Gleich darauf empfing Isis, als Falke auf Osiris sitzend, die Frucht des Sohnes Horus'. Horus wurde als Falkengott geboren - am 25. Dezember.
Mithras tötet den Ur-StierIm grossen Reich Persiens herrschte einer der wichtigsten heidnischen Kulte der damaligen Zeit, der grausame Mithras-Kult. Im Gegensatz zum Isis-Kult wurden die Zeremonien nicht öffentlich, sondern in geheimnisvollen, unterirdischen Tempelhöhlen abgehalten. Der Kult fühlte sich stark zu den Gestirnen hingezogen, und entsprechend den Planetensphären gab es Ränge, die nach einer strengen Hierarchie durchlaufen werden mussten. Ein hoher Rang entsprach einem hohen Grad der Läuterung. Am Ende der Hierarchie lag das ewige Licht.
Der Legende nach tötete Mithras den Ur-Stier und formte aus seinem Blut und Fleisch die Welt. Kaum verwunderlich, dass dieser Kult in Rom hauptsächlich bei den Soldaten und Kriegern sehr beliebt war. Mithras, Gott des ewigen Lichts, sei des Nachts dem Fels einer Höhle entsprungen - am 25. Dezember.
Das Licht, und somit die Sonne, wurde vor allem in nordischen Regionen als Symbol des Lebens verehrt.