über die Geschichte des Weihnachtsfestes und ihrer christlichen Umwertung
Es ist die gewaltsame Überlagerung all der tief verwurzelten Feste, die einstmalen Sinnen und Sehnen, wie Sie es schrieben, zum Ausdruck brachten. Eine rechte Verbindung von Volk und Christentum hat es niemals gegeben, denn wie kann eine Verbindung recht sein, wenn sie auf Gewalt, Mord, Verfolgung, Totschlag, Unterjochung und Versklavung aufgebaut ist? Wie kann eine rechte Verbindung zu einem Volke entstehen, wenn ihm, dem Volk, all das geraubt wird, was einst Ausdruck seines Sinnens und Sehnens war? Wie kann Licht und Trost all diesen Völkern erschienen sein, wenn ihnen die eigenen Wurzeln ausgerissen und sie in das lodernde Feuer der christlichen Verdammnis geworfen wurden?
Feiert der Mensch heute Weihnachten, dann ist dies sicherlich nicht negativ zu kritisieren. Allerdings sollte er es im Bewusstsein tun, dass christliche Werte ursprünglich überhaupt nicht mit diesem Brauch in Verbindung standen bzw. dass diese neue Verbindung sehr gewaltsam erzeugt wurde. Er sollte daran denken, dass es eigentlich die Feier des Lebens ist und nicht die Feier eines bösen Menschenkultes, der mit der angeblichen Menschwerdung Gottes ihren glaubensgebundenen, konstruierten Anfang nahm. Weihnachten ist ursprünglich die Feier des Lichtes und damit des Lebens selbst - nicht, wie es ihm das Christentum böse unterstellt, die Feier der Geburtsstunde ihres versklavenden und alles vernichtenden Kultes.
Ein tiefer Sinn liegt in den Bräuchen. Man muss sie ehren.
Friedrich von Schiller
Quellenverzeichnis:
Bücher 1«Das Weihnachtsfest, seine Entstehung und Entwicklung», Arnold Meyer, J.C.B. Mohr Verlag, 1913 «Der Montanismus und die phrygischen Kulte», Dr. Wilhelm Schepetern, 1929 «Lexikon der Götter und Dämonen», Manfred Lurker, Kröner Verlag «Griechische Mythologie», Robert von Ranke-Graves, Rowohlt TB-Verlag «Lexikon der keltischen Mythologie», Sylvia u. Paul F. Botheroyd, Droemer Verlag - Quellen aus dem Internet auf Anfrage erhältlich.