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Der freie Wille

Zur Einführung eines Seminars mit dem Thema «Von der Philosophie zur Bewusstseinsforschung», an dem ich kürzlich schnupperte, wurde offen diskutiert, was man heutzutage allgemein unter Bewusstsein verstünde und wie Bewusstsein definiert werden könne. Ich erspare dem Leser die darauf folgenden Ausschweifungen, die sich mit ‹terminologischer und inhaltlicher Blindwanderung› am treffendsten beschreiben liessen.

Während dieser Diskussion wurde von einem Teilnehmer das Thema ‹Freier Wille› und ‹Religion› gestreift. Er betonte, dass vor allem im Christentum der freie Wille das Grundprinzip des religiösen Lebens darstelle. Ich wunderte mich und wurde stutzig, in der Annahme ihn falsch verstanden zu haben (das Seminar war auf englisch) und bat ihn, das Gesagte zu wiederholen, denn wie schnell überhört man ein ‹kein›, ‹nicht› oder ‹ohne›. Ich hatte ihn nicht falsch verstanden. Er wiederholte seine Aussage, fügte dieser ein paar Sätze hinzu, und aufgrund meiner Nachfrage wandten sich die Köpfe der restlichen Teilnehmer in stiller Erwartung zu mir, da mein unüberlegter Beitrag den Eindruck erweckt haben muss, der Behauptung etwas entgegensetzen zu wollen. Einerseits hatte ich dies nicht geplant, andererseits rang ich immer noch mit einem blockierenden Unverständnis, denn eine derart unerhörte Aussage hatte sich seit langem nicht mehr in meine Gehörgänge verirrt.


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